Lexikon der Filmbegriffe

General Film Corporation

Gegründet wurde die General Film Company von der Motion Picture Patents Company im April 1910, um ein Monopol im Bereich des Filmverleihs zu etablieren. Präsident der Firma war Jeremaiah Kennedy (von der Biograph), George Kleine war Vize-Präsident und Jacques A. Berst (beide von Pathé kommend) Schatzmeister. General Film kaufte zuallererst die Vertriebsorganisation von Kleine, Lubin und Frank Howard (Boston), sodann alle anderen Verleiher, die Lizenzen von der MPPC erhalten hatten. Verleiher, die sich nicht sofort einverleiben ließen – wie z.B. William Fox und seine Greater New York Exchange –, wurden im einfachsten Fall boykottiert, bei härteren Auseinandersetzungen wurden Gangster gegen die Konkurrenten eingesetzt. Doch einige ließen sich nicht einschüchtern, zu denen Fox und Carl Laemmle gehörten, dessen Laemmle Film Service den Verleih im Mittelwesten beherrschte. Um trotz der Monopolisierung des Marktes weiterhin Filme für ihren Verleih zu haben, stiegen beide in die Filmproduktion ein. In einer lustigen und erfolgreichen PR-Kampagne entwarf Laemmles Presseagent Eddie Cochrane eine Zeichentrickfigur „General Filmco“, einen aufgeblasenen Offizier mit übergroßer Militärmütze und Säbel – wie unschwer zu erkennen war, um die Bestrebungen des Trusts aufs Korn zu nehmen. Bald gewannen die „Independents“ die Überhand, so dass die General Film Co. schon 1914 in Bedeutungslosigkeit versunken war. Eine Rolle beim relativ schnellen Ableben der Firma und des dahinter stehenden Trusts hat sicherlich auch die Tatsache gespielt, dass das wichtigste Fachblatt der Kinobesitzer (Motion Picture World) immer offensiv gegen die Bemühungen polemisierte, die Verleihrechte in einer Hand zu bündeln. 


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: JCH


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