Lexikon der Filmbegriffe

Textverarbeitung / Textverarbeitungsforschung

Unter dem ursprünglich von Götz Wienold vorgeschlagenen Rubrum Textverarbeitung werden alle Prozesse zusammengefasst, die die Wahrnehmung, Speicherung, Integration, Modifikation, Umformung, Spezifikation usw. von Texten betreffen. Kurz: alle Operationen, die auf Texte angewendet werden können, von der Produktion bis zur Rezeption, von der Kritik bis zur Adaption. Die Untersuchung dieser Prozesse ist einerseits ein Aufgabengebiet der kognitiven Psychologie. Andererseits müssen Verfahren zur Beschreibung komplexer semiotischer Gegenstände ausgearbeitet werden, die die internen Regeln von Textverarbeitungsprozessen erfassen können. Teile der Psychologie des Films gehören zur Textverarbeitungsforschung, sofern sie sich mit Charakteristiken der filmischen Textualität befassen (narrative und argumentative Strukturen, Strategien der textuellen Verweisung etc.).

Literatur: Heinz Mandl (Hrsg.): Zur Psychologie der Textverarbeitung. Ansätze, Probleme, Befunde. München/Wien/Baltimore: Urban und Schwarzenberg 1981. – Götz Wienold: Semiotik der Literatur. Frankfurt: Athenäum 1972. – Götz Wienold: Text Processing: Semantic Relations Between Sentences and Between Texts. In: Folia Linguistica 9, 1976, S. 37-44.

Referenzen:

Awareness-Test

Dual Coding

Synchrese

Text-Bild-Schere

Treatment-Test


Artikel zuletzt geändert am 05.02.2012


Verfasser: HJW


Zurück