Lexikon der Filmbegriffe

Traum: nichtsubjektive Träume

Nicht alle Träume sind in der Psychologie von Individuen begründet und entstammen subjektiver Traumarbeit. (1) So kann eine magische Figur wie der Teufel selbst der Quell der Bilder und der durch sie vermittelten Versuchung sein. (2) Oder der Träumer kann auf höhere Fügung hin Einblick in Geschehensverläufe nehmen, die als flashforwards in die Zukunft hineinragen und ihm das folgende weissagen. (3) Schließlich kann der Träumer durch imaginierte Bilder in die Erfahrungswelt seines eigentlichen Kollektivs eingeweiht werden; so träumen sich manche Indianer in neueren Filmen in die „Anderswelt“ ihrer Stämme hinein, sie haben „Visionen“, die der Träumer selbst niemals haben konnte. In Thunderheart (USA 1992, Michael Apted) z.B. hat ein „weißer“ Halbindianer halluzinatorische Gesichte, die ihn in Szenen am Wounded Knee zeigen – er war ebenso offensichtlich wie gegen alle Erfahrung dabei und lernt, angestiftet durch diese Visionen, seine wahre Identität als Indianer.


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: HJW


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