Lexikon der Filmbegriffe

Traum: Rahmungen

Gelegentlich werden Geschichten – insbesondere solche, die für den Helden oder die erzählte Welt bedrohlich enden – am Ende als Träume einer der Figuren entlarvt und damit ihres Wirklichkeitsgehalts befreit. Derartige Rahmungen, in denen ein Gesamtgeschehen am Ende als Traum demaskiert wird, sind in der Regel aber höchst unbefriedigend, gehören in die Nähe des Deus ex Machina und der seiner entillusionierenden Effekte.
Beispiele sind zahlreich: Das Cabinet des Dr. Caligari (1919) erweist sich als Traum eines Wahnsinnigen; die Geschichte eines Mannes, der in einen Mordfall verwickelt wird und auf dem elektrischen Stuhl enden soll, wird in The Woman in the Window (1944) als Traum des Helden entlarvt; und das Ende von Carrie (1976) zieht den Realitätsstatus des ganzen Films in Frage.


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: HJW


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