Lexikon der Filmbegriffe

Zeitraffer

engl.: fast motion, skip frame; gelegentlich auch: accelerated motion; manchmal: time lapse

Zeitraffer wird fast ausschließlich im komischen Sinne verwendet. Zeitraffer war eine der Slapstick-Techniken (z.B. in den Mack-Sennett-Komödien) und wird bis heute in einer derartigen Art verwendet (wie z.B. in Jerzy Skolimowskis The Adventures of Gerard, 1969). Zeitrafferaufnahmen von Bewegungen der menschlichen Figur machen einen verkrampften Eindruck, sie entmenschlichen die sich überschnell bewegenden Figuren, geben ihnen Qualitäten einer mechanischen Puppe.
Nicht erst seit Godfrey Reggios Koyaanisqatsi (1976-82) werden Zeitrafferaufnahmen des Verkehrs in Städten als Symbole für den urbanen Lebensrhythmus verwendet. Gerade bei nächtlichen Szenen entnaturalisiert sich das Bild, die Verkehrsströme bekommen Eigenschaften fließender Materie und es werden verborgene Rhythmen und Interaktionen sichtbar.
Im Wissenschaftsfilm dienen Zeitrafferaufnahmen dazu, langsame Naturprozesse wie das Aufblühen einer Blume zu visualisieren.

Referenzen:

Time-Lapse-Fotografie

Zeitraffung


Artikel zuletzt geändert am 29.05.2012


Verfasser: HJW


Zurück