Lexikon der Filmbegriffe

Alan Smithee

aka: Allen Smithee, Allan Smithee

Alan Smithee ist ein Pseudonym, das namhafte Hollywoodautoren und -regisseure inzwischen fast vierzig Mal verwendet haben, um eine Autorschaft oder eine künstlerische Verantwortung zu anonymisieren. Der Name ist möglicherweise ein Anagramm von The Alias Men, möglicherweise aber auch nur eine Variation des Allerweltsnamens Smith.
Filme, in denen Alan Smithee Regie geführt hat, nominieren Produktionskonflikte, in denen die künstlerische Leitung dem Regisseur von Produzenten oder Studios entzogen wurde oder in denen Textvarianten entstanden, mit denen sich die Regisseure nicht identifizieren wollten. Das Pseudonym taucht aber auch bei Produzenten, Drehbuchautoren oder sogar Komponisten und Schauspielern auf. Mehrfach haben Regisseure die gekürzten Fernsehfassungen nur notdürftig als „Alan Smithee“ autorisiert (zu den Beispielen rechnen Dune [1984] von David Lynch, Thunderheart [1992] von Michael Apted oder auch Meet Joe Black [2001] von Martin Brest). Das Pseudonym wurde zum ersten Mal 1969 verwendet, als Don Siegel von Robert Totten die Regie zu Death of a Gunfighter (Frank Patch - Deine Stunden sind gezählt) übernahm. Richard Widmark hatte sich geweigert, mit Totten weiterzudrehen; Totten und Siegel firmierten zusammen als Smithee.

Literatur: Braddock, Jeremy / Hock, Stephen (eds.): Directed by Allen Smithee. Minneapolis: University of Minnesota Press 2001 (Commerce and Mass Culture Series).


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: HJW


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