Lexikon der Filmbegriffe

Anthology drama

Frühes amerikanisches Fernsehformat, in dem jede Episode eine abgeschlossene Spielhandlung war. In der amerikanischen Fernsehgeschichtsschreibung wird das anthology drama als künstlerisch anspruchsvollster Beitrag des Fernsehens der 1950er Jahre angesehen. Die Episoden wurden live ausgestrahlt. Mitte der 1960er Jahre endete das Format; eine Reihe des Kraft Television Theatre aus New York war 1957/58 die letzte Live-Produktion einer New Yorker Bühne. Danach werden immer häufiger 90minütige Dramen inszeniert, die bald in das neue, dem Spielfilm entlehnten Format des Made-for-TV movies übergehen.


NBC führte das Format 1946/47 als Television Theatre ein. Nachdem es zunächst nur monatlich versendet wurde, ging man schon 1947 zum wöchentlichen Rhythmus über. Andere Networks schlossen sich an – und es gab eine ganze Reihe von anthology dramas unter solchen Titeln wie The Ford Television Theater, Studio One, Philco Television Playhouse oder Actors' Studio. Zunächst waren die Episoden 60 Minuten lang und wurden zum Teil von der Industrie unterstützt (Robert Montgomery Presents, Celanese Theater oder The U.S. Steel Hour). Adaptionen literarischer Klassiker, ernste dramatische Handlungen und Gegenstände des sozialen Lebens bestimmten die Stoffe der Episoden. Eine ganze Reihe von 30minütigen Formen (wie das Colgate Theatre oder Lights Out) schloss sich in den 1950er Jahren an. Manche dieser Formen waren auf Kriminalhandlungen spezialisiert (Danger). Immer häufiger waren die Dramen vorproduziert und stammten immer häufiger aus den Hollywood-Studios – noch die frühen anthology dramas kamen ausschließlich aus der Theaterkultur New Yorks. 
 

Referenzen:

anthology series


Artikel zuletzt geändert am 09.03.2014


Verfasser: JH


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