Lexikon der Filmbegriffe

Autokino

engl. drive-in movie theatre, drive-in cinema

Die Geschichte des Autokinos begann am 6.6.1933, als Richard Milton Hollingshead in New Jersey einen Projektor auf sein Autodach montierte und im Hinterhof einen Film projizierte. Zur Beschallung des Autos wurde zunächst ein Radio verwendet. Hunderte von „Zapfsäulen“ versorgten später jeweils zwei Autos mit Filmton und Warmluft. Auch Speisen und Getränke konnten über Kabel geordert werden. Bis 1939 machten in den USA 19 Autokinos auf, 1942 hatte sich deren Zahl schon auf 95 erhöht. Im Krieg mussten viele drive-ins schließen, dann aber begann ihr Siegszug. 1948 wurden 820, 1958 annähernd 5.000 Autokinos in den USA betrieben. Die größten in Detroit und in Lufkin, Texas, konnten 3.000 Autos aufnehmen. Entsprechend groß mussten die Leinwände sein. Insbesondere die großen Autokinos wurden im Lauf der Jahre immer mehr zu Freizeitparks ausgebaut. In den 1980er Jahren ging die Zahl der US-amerikanischen drive-ins rapide auf unter 1.000 zurück.


Das Autokino ist eine amerikanische Erscheinung geblieben und konnte sich in anderen Ländern nie durchsetzen. Das mag mit der besonderen Bedeutung des Automobils in den USA ebenso zusammenhängen wie mit den restriktiven Kontrollen, denen insbesondere Jugendliche in der Öffentlichkeit unterliegen. Die ungemeine Bedeutung des Autokinos als jugendkulturellem Ort ist in zahlreichen amerikanischen Filmen wiedergegeben (man denke an Targets, 1968).



Literatur: Elizabeth McKeon / Linda Everett: Cinema Under the Stars: America's Love Affair with the Drive-In Movie Theater. Nashville, Tenn.: Cumberland House 1998. - Rhodes, Gary D. (ed.): Horror at the drive-in. Essays in popular Americana. Westport, Conn.: McFarland 2002.
 

Referenzen:

ozoner


Artikel zuletzt geändert am 13.01.2012


Verfasser: JH


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