Lexikon der Filmbegriffe

bartering

Unter bartering versteht man im allgemeinsten Sinn eine Zahlungsform, bei der ein Lieferant für seine Leistung nicht Geld, sondern gleichfalls Güter, Dienste oder Rechte erhält – Bartering-Geschäfte sind also Kompensations- oder Gegenseitigkeitsgeschäfte. Bartering ist eine moderne Variante des Naturaltauschs. Diese Geschäftsform wurde in den USA in den 1930er Jahren vom Investitionsgütersektor auf den Rundfunkbereich übertragen. Bei dem seit etwa 1970 praktizierten barter business werden Programmzeiten im Fernsehen oder Hörfunk gegen Werbezeiten getauscht: Die Werbungtreibenden produzieren und liefern ein fertiges Programm, in dessen Verlauf sie im Gegenzug gratis werben dürfen. In den USA machen Barter-Programme 25% der gesamten Werbezeit aus; die meisten nationalen Rundfunkgesetze in Europa gestatten dagegen das bartering (noch) nicht. Durch die Koppelung von Werbung mit Programmsendungen auf Gegengeschäftsbasis werden in Amerika jährlich gut zwei Milliarden Dollar umgesetzt. Der Ankauf von Lizenzen und die Produktion von Gameshows, Soap Operas und anderen Formaten sind für den Werbungstreibenden zwar mit hohen Kosten verbunden, doch steht diesen Kosten die Möglichkeit einer globalen Verwertung der Programme gegenüber. Sie führt durch den weltweiten Tausch von Programm gegen Werbezeit nicht nur zu einer Amortisation der Kosten, sondern langfristig gesehen zu einer Senkung der Werbeausgaben.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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