Lexikon der Filmbegriffe

bootleg / bootlegging

manchmal dt.: Raubkopie, Schwarzkopie

Der Begriff wurde in den USA – vor allem während der Prohibitionszeit im Zusammenhang mit Alkoholschmuggel oder der illegalen Verbreitung von Alkohol verwendet: Bootlegger war eine Sammelbezeichnung für Schmuggler, die Alkohol in die USA etwa über die US-kanadische Grenze einführten. Später wurde der Begriff zur Allgemeinbezeichnung des Schmuggelns. In seiner heutigen Bedeutung für den Film stammt er aus der Rockmusikkultur und bezeichnet dort Schallplatten und Bänder, die illegal bei Liveauftritten von Bands mitgeschnitten wurden. Die Aufnahmen wurden meist mit Kassettenrekordern angefertigt, die im Stiefelschaft (bootleg) in die Konzertsäle geschmuggelt wurden.
Im Filmbereich bezeichnet man damit heute illegale Aufzeichnungen von Filmen, sei es, dass sie im Kino abgefilmt wurden, sei es, dass sie aus anderen Quellen stammen. Dazu rechnen Kopien, die über das Internet verbreitet werden, ebenso wie Video-Kopien von Filmen, die noch nicht angelaufen sind, die im jeweiligen Land nicht ausgewertet oder die von der Zensur verboten oder wesentlich gekürzt wurden. Gerade Splatter- und Exploitation-Filme sind vor allem in illegalen Versionen – gelegentlich unter eigenem Titel – verbreitet worden. So ist Joe d‘Amatos Buio Omega (1979) in der BRD unter den Bootleg-Titeln Blutiger Wahnsinn und Sado – Ich stoß das Tor zur Hölle auf bekannt geworden. Die Aufnahmen sind oft von äußerst schlechter Qualität, was aber ihren Status als illegale Kopie unterstreicht.

Literatur: Heylin, Clinton: Bootleg. The secret history of the other recording industry. New York: St. Martin's Press 1995.

Referenzen:

Filmpiraterie

Telecine


Artikel zuletzt geändert am 14.01.2012


Verfasser: JH THO


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