Lexikon der Filmbegriffe

Breitwandformate

Jedes Format, dessen Seiten-Höhen-Verhältnis größer als 1:1,33 ist, wird Breitwandfilm genannt. Die Breitwandformate wurden in den 1950er Jahren entwickelt, als das Kino sich vom Fernsehen abzugrenzen suchte. Stereophonie, Bildgröße und -art, Farbigkeit des Bildes waren luxurierende Qualitäten des Kinos, die damals vom Fernsehen nicht realisiert werden konnten. Neben den beiden Breitwand-Standard-Formaten (amerikanischer Standard: 1,85:1; europäischer Standard: 1,66:1) liegen eine ganze Reihe von Superbreitwandformaten vor (CinemaScope: 2,35:1; Todd-AO: 2,2:1; Vistavision: 1,96:1; usw.), die meist auf anamorphotische Optiken angewiesen sind – das Bild wird bei der Aufnahme gestaucht und bei der Projektion wieder entzerrt.
Es werden zwei technisch unterschiedliche Prinzipien unterschieden, die Breitwandformaten zu Grunde liegen können: (1) anamorphotische Verfahren wie CinemaScope, Totalvision und Technirama; (2) Verfahren mit proportionaler fotografischer Abbildung wie Vistavision, Todd-AO, Cinerama, Cinemiracle, Circarama, Kinopanorama, Panavision, Arc-120-Verfahren oder die bildkaschierenden Verfahren Superscope und Plastorama.

Literatur: Belach, Helga / Jacobsen, Wolfgang (Hrsg.): CinemaScope. Zur Geschichte der Breitwandfilme. Berlin: Spiess 1993. – John Belton: Widescreen Cinema. Cambridge, Mass./London: Harvard University Press 1992. – Robert E. Carr / R.M. Hayes: Wide Screen Movies: A History and Filmography of Wide Gauge Filmmaking. Jefferson, N.C.: McFarland 1983.

Referenzen:

Agascope

anamorphotisch

Arc-120-Verfahren

CinemaScope

Cinépanoramic

Cinerama

Cinesphere

Dimension 150

DyaliScope

half-frame cameras

Imagination FX 7012 System

Natural Vision

Scope

Seitenverhältnis

SpectaScope

Superscope

Technirama

Techniscope

Thrillarama

Todd-AO

Toeiscope

Tohoscope

Totalscope

VistaVision

WarnerScope

Warwickscope


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: JH


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