Lexikon der Filmbegriffe

Chromakey-Verfahren

Trickmischverfahren zur elektronischen Hintergrundeinblendung, bei dem jede gesättigte Farbe als Stanzvorlage dienen kann (die Festlegung der Stanzfarbe nennt man color keying). Der Akteur spielt z.B. vor einer monochrom-blauen Leinwand. In der Bildmischung werden die Bereiche der Hintergrundfarbe dann durch ein zweites Bild ersetzt. Es entsteht ein synthetisches Bild ähnlich den Rückprojektionen. Da im Vordergrund häufig Personen dargestellt sind, wählt man eine Hintergrundfarbe, die in den Farbtönen der Haut möglichst wenig vorkommt – sonst stanzt man das Hintergrundbild auch in die Sektoren, die von den Figuren besetzt sind, so dass es zu unangenehmen Überlagerungen von Vordergrund- und Hintergrundbild kommt. Aus diesem Grunde hatte sich das Blue-Box-System lange als Standard etabliert, bei dem die Farbe des Stanzhintergrundes ein gesättigtes Blau ist. Ist es unumgänglich, dass Figuren mit blauer Kleidung (z.B. blauen Pionierhalstüchern wie in der DDR) auftreten, wird alternativ das Green-Box-Verfahren verwendet. Hier wird ein gesättigtes Grün als Stanzfarbe verwendet. Weil die Haut aber Grün-Anteile enthält, galt das Green-Box-Verfahren lange als zweite Wahl: Hautpartien gerieten dann gräulich und unansehnlich. Heute können die Hautwerte elektronisch nachbearbeitet werden, so dass der Nachteil der Green-Box-Verfahren ausgeglichen ist.

Referenzen:

Blue Screen / Blue Screen-Verfahren / Green Screen / Green-Screen-Verfahren

Natriumdampflampen-Verfahren

Travelling Matte

Wandermaske


Artikel zuletzt geändert am 17.01.2012


Verfasser: JH


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