Lexikon der Filmbegriffe

House Un-American Activities Committee (HUAC): MacCarthy-Ära und Nachleben

Die zweite Hetzwelle, die vom HUAC ausging, fand Anfang der 1950er Jahre statt und ging mit der McCarthy-Zeit (1950-54, als der Senator Joseph McCarthy Vorsitzender des ständigen Untersuchungsausschusses des Senats für Fragen der inneren Sicherheit war und überall unamerikanische Umtriebe witterte) einher. Sie wird als noch bösartiger als die Zeit der Hearings eingestuft, da sie nicht auf einer schwarzen, sondern einer grauen Liste basierte: Die Betroffenen wurden als beruflich nicht einsetzbar eingestuft, ohne es überhaupt zu wissen oder den Grund dafür zu kennen. Nach Wochen des Psychoterrors wurden sie dann im nicht-öffentlichen Verhör von HUAC-Mitarbeitern in die Mangel genommen und erpresst, Namen von kommunistischen Filmschaffenden zu nennen. Dadurch haben viele, wie z.B. Elia Kazan und Robert Rossen, ihre Karrieren gerettet.
Die Auswirkungen der HUAC-Zeit sind bis heute zu spüren, so zum Beispiel bei der 1999er Oscar-Verleihung: Elia Kazan, der hier für sein Lebenswerk (u.a. Die Faust im Nacken,Viva Zapata und Jenseits von Eden) den Live Achievement Award erhielt, bekam nur von Teilen des Publikums Beifall. Er hatte Anfang der 1950er Jahre vor dem HUAC ausgesagt und viele Kollegen belastet.
Mit Woody Allen in der Hauptrolle hat Martin Ritt in dem Film Der Strohmann (1976) ein gutes Porträt dieser Zeit gedreht. Literatur: Larry Ceplair / Steven Englund: The Inquisition in Hollywood: Politics in the Film Community, 1930-1960. Berkeley: University of California Press 1979.


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: RG TB


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