Lexikon der Filmbegriffe

dark lady

weibliches Gegenstück zum männlichen Latin Lover; der Ausdruck ist eine Übertragung der alten Bedeutung von black = beautiful ‚ästhetisch schön‘ aus Shakespeares sogenannten „Dark-Lady“-Sonetten

Gemeint sind im engeren Sinne im Hollywood-Film Frauen spanisch-mexikanischer Herkunft (Latinas) von verführerischer Sinnlichkeit und körperlicher Präsenz, deren erotischer Anziehung bzw. Sexappeal die Zuschauer auf glamouröse Leinwandabenteuer hoffen lässt. Insbesondere sind zu nennen die Mexikanerinnen Lupe Velez (1908-1944, z.B. in Hot Pepper, 1933, John G. Blystone, und in den vier Filmen der Mexican Spitfire-Serie, 1939-1943) und der „weibliche Valentino“ Dolores del Rio (1905-1983, z.B. in Joanna, 1925, Edwin Carewe; sie galt in den 1940er Jahren als Idol der Goldenen Zeit des mexikanischen Kinos). Ein besonderer Fall ist Margarita Carmen Cansino (1918-1987), eine New Yorkerin mit aus Spanien emigriertem Vater, die unter ihrem Bühnennamen Rita Hayworth bekannt wurde (z.B. mit The Strawberry Blonde, 1941, Raoul Walsh, und Gilda, 1946, Charles Vidor). Der Stummfilm-Star Miriam Cooper[-Walsh] (1891-1976, z.B. in D.W. Griffiths Birth of a Nation, 1915, und Intolerance, 1916) beanspruchte ob seiner dunklen ausdrucksvollen Augen die Auszeichnung „Dark Lady des Stummfilms“. 

Literatur: Conner, Floyd: Lupe Velez and her lovers. New York: Barricade Books 1993. – Cooper, Miriam [/ Herndon, Bonnie]: Dark lady of the silents: my life in early Hollywood. Indianapolis: Bobbs-Merril 1973. – Feldvoß, Marli: Apropos Rita Hayworth. Frankfurt a.M.: Neue Kritik 1996 (Apropos, 6.). – Hershfield, Joanne: The invention of Dolores del Rio. Minneapolis [u.a.]: Univ. of Minnesota Press 2000. – Peary, Gerald: Rita Hayworth. Ihre Filme – ihr Leben. München: Heyne 1985. – Ramírez, Gabriel: Lupe Vélez: la mexicana que escupía fuego. México: Cineteca Nacional 1986.
 

Referenzen:

Femme fatale

Latin Lover

Vamp


Artikel zuletzt geändert am 17.01.2012


Verfasser: LK


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