Lexikon der Filmbegriffe

Filmsymphonie

(1) Als Bezeichnung für Filme, die dem Klang- und Kompositionsprinzip der Symphonien nachgebildet oder nachempfunden werden.
(2) Als musikwissenschaftlicher Begriff beschreibt der Ausdruck Filmsymphonie sinfonische Musikwerke, die speziell für Filme komponiert werden, sei es als Auftragsarbeiten, sei es als gedanklich-kompositorische Vorwegnahmen möglicher visueller Umsetzungen. Erste echte Filmsymphonien in diesem Sinne waren die „Filmsinfonie in 5 Akten“ des Komponisten Max Deutsch (1892-1982), die in Der Schatz (Deutschland 1922 [1923]) von Georg Wilhelm Papst zum Einsatz kam, und Erich Wolfgang Korngolds (1897-1957) kurzes Solo-Konzertstück für den Film Noir Deception (USA 1946, Irving Rapper), das in seiner erweiterten Fassung als „Cellokonzert op. 37“ dieses bedeutenden Komponisten von Filmmusik bekannt wurde. Ein besonderer Fall sind die „Vier Stücke für Filmmusik“ (1929/1930) – späterer Titel: Vier kleine Stücke für großes Orchester – von Franz Schreker (1878-1934). Diese spätromantischen Kompositionen wurden zwar nicht filmisch verwendet, aber ein Schüler Schrekers im Fach Komposition, der polnische Pianist Wladyslaw Szpilman, kam als Protagonist in Roman Polanskis The Pianist (2002) zu nachträglichem Filmruhm. 


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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