Lexikon der Filmbegriffe

Szenarium

oft auch: Szenario; von griech. skene = Schattenraum, Zelt hinter der Bühne, Bühnengerüst; frz. scène = Szene

(1) Im Film gelegentlich als Bezeichnung für Drehbuch (dem frz. scénario abgelauscht). In diesem Verständnis zunächst als Aufzeichnung des in Akte und Szenen eingeteilten Handlungsablaufs der Commedia dell‘Arte – die Dialoge wurden in jeder Aufführung neu improvisiert, die Abfolge der Handlungsszenen lag dagegen fest.
(2) Das Verzeichnis aller zu einer Theateraufführung notwendigen Requisiten, Dekorationen, technischen Vorgänge etc. wird manchmal als Szenarium bezeichnet. Meist werden dabei Schauplatzentwürfe oder -beschreibungen beigefügt, so dass die Platzierung der Requisiten im Bühnenbild ersichtlich ist. Szenarien sind keine Bestandslisten von Objekten und technischen Geräten, sondern eng auf die Dramaturgie der Aufführung bezogen. Darum auch ist das Szenarium ein Plan, nach dem sich Inspizient und Abendregisseur, Beleuchter und Bühnenarbeiter verhalten können. Das Szenarium legt also fest, wie die Objekte – Requisiten, Dekorationen, Versetzstücke, Möbel etc. – im Bühnenbild angeordnet, wie sie verschoben und verwandelt werden; außerdem notiert es Geräuscheinsätze, Beleuchtungsveränderungen, Vorhänge etc.
(3) Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein Szenarium eine mehr oder weniger typisierte Handlungs-Situation. So spricht man in vielen Simulationsspielen und -übungen von „Szenarien“, die man als Modelle realer Situationen durchspielt. Auch in den darstellenden Künsten lässt sich diese Redeweise sinnvoll anwenden, sind doch gelungene Szenen modellhafte Repräsentationen möglicher sozialer Situationen, kondensieren soziale Prozesse, legen die Essenz sozialer Beziehungen frei.

Literatur: Sprey, Michael: Zukunftsorientiertes Lernen mit der Szenario-Methode. Bad Heilbrunn/Obb.: Klinkhardt 2003.
 

Referenzen:

Film-Szenario

scenario

Szenario

Szenengrundriss


Artikel zuletzt geändert am 09.03.2014


Verfasser: HJW


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