Lexikon der Filmbegriffe

Szenenbild

meist: Bühnenbild

Im Theater versteht man unter Bühnen- oder Szenenbild die Gesamtgestaltung des Bühnenraums einer besonderen Szene. Meist fertigt der Szenograf resp. der Produktionsdesigner eine Skizze des Bühnenaufbaus an (auch diese wird „Bühnenbild“ genannt), nach der die Handwerker und Requisiteure ihn anfertigen können.
Das Bühnenbild als gestalterisches Element der Inszenierung setzte sich erst in der Renaissance durch. Dabei stand keineswegs die Forderung, die Bühne müsse eine naturalistisch-realistische Imitation der äußeren Realität erreichen, im Vordergrund stand – vielmehr ist das Bühnenbild immer in das Drama einbezogen, artikuliert u.U. das innere Befinden der Handelnden; es steckt offene oder geschlossene Handlungsräume ab; es kann symbolische Funktionen übernehmen; usw. – es ist in alle Formen und Schichten der filmischen Bedeutung einbezogen. Meist ist das filmische Szenenbild realistisch motiviert, bezieht sich auf Orte alltäglichen sozialen Lebens. Manchmal erreichen die Szenenbilder des Films aber eine Abstraktheit, die an die Bühnenbilder des Theaters erinnert - von theaternahen Formen wie Lars von Triers Dogville (Dänemark 2003) oder Robert Wienes Das Cabinett des Dr. Caligari (1919) über die glatten, der sozialen Kälte der dargestellten Welt korrespondierenden Bühnenbilder in Gattaca (1997) bis hin zu den Szenarien, in denen Kubrick Bildräume als Bühnenbilder auszudeuten sucht (in Barry Lyndon, 1973-75).

Literatur: Tiusanen, Timo: O'Neill's scenic images. Princeton, NJ : Princeton University Press 1968. – Zielske, Harald: Handlungsort und Bühnenbild im 17. Jahrhundert. Untersuchungen zur Raumdarstellung im europäischen Barocktheater. Diss. München 1965.
 

Referenzen:

Maquette

Produktionsdesigner


Artikel zuletzt geändert am 21.01.2012


Verfasser: HJW


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