Lexikon der Filmbegriffe

Filmprojektor

auch: Projektor; ältere Bezeichnung: Laufbildwerfer

Ein Gerät zur Wiedergabe von Filmaufnahmen auf einer Leinwand. Der Filmprojektor ist in der Lage, Einzelbilder einer Bewegung bei entsprechend schneller Projektion und unter Einsatz von (Flügel-)Blenden so zu verschmelzen, dass der Betrachter die Einzelphasen als Gesamtbewegung wahrnimmt.
Eine Vorform dieses Geräts zur Bildervorführung vor großem Publikum war der Zoöpraxiscope projector von Eadweard Muybridge, eine Weiterentwicklung des mit Bildbändern und einer Trommel arbeitenden Praxinoscope à projection von Emile Reynaud. Er benutzte bemalte Bildplatten: Muybridge übertrug seine auf Photoplatten aufgenommenen Tierstudien 1880 zur Vorführung auf Glas.
In der Frühzeit der Kinematographie setzte man dann Film ein. Hier muss man zwischen Einzelbetrachtungsgeräte bzw. Automaten wie der Schnellseher von Ottomar Anschütz, das Bioscope (Georges Demenÿ) und das Kinetoscope aus dem Atelier von Thomas Alva Edison und den Apparaten unterscheiden, die mittels eines Lichtstrahls die Filmbilder für ein breites Publikum auf eine Leinwand übertragen.

Viele Erfinder ließen sich diese Vorführgeräte patentieren. Sie nannten sie u.a.

Animotiscope (Lyman Hakes Howe),
Bio-Pleograf (Kazimierz Proszynski),
Bioskop (Emil Skladanowksy),
Bioscope (Charles Urban),
Cameragraph projector (Nicholas Power),
Eidoloscope (Latham Familie),
Kinematograph projector (John Henry Rigg),
Kinetograph projector (Oskar Messter),
Kineoptoscope (Cecil Wray),
Magniscope (Edward Hill Amet),
Moto-Photoscope (John Alfred Prestwich und William Friese Green),
Mutagraph projector (John Nevil Maskelyne und Sohn),
Phantascope (später Edisons Vitascope, Thomas J. Armat und Charles Francis Jenkins),
Projectograph projector (Charles H. Webster),
Theatrograph projector (Robert Paul).


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: SL


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