Lexikon der Filmbegriffe

Kinematographie: Konzept

Der Ausdruck Kinematographie bezeichnet eine (1) öffentliche Vorführung (2) mit Hilfe eines Projektors von (3) photographisch (4) auf Film aufgenommenen (5) laufenden Bildern vor (6) zahlendem Publikum. Die Vorstellung der Brüder Latham am 20.5.1895 ist vermutlich die erste Vorführung, die allen genannten Kriterien entspricht. Dies unterscheidet sie von denen ihrer Vorgänger: Das Elektrotachyscope oder Schnellseher von Ottomar Anschütz, am 19.3.1887 in einer Audienz Kaiser Wilhelm II. vorgeführt, dient der Einzelsichtung der lebenden Bilder und arbeitet mit Glasplatten; Emile Reynaud benutzt bemalten Film im Musée Grevin (erste Vorstellung am 28.10.1892); das Kinetoskop von Edison, ab 14.4.1894 öffentlich zu sehen, arbeitet mit photographisch aufgenommenen Bildern auf Film, ist jedoch ein Einzelsichtgerät; Ottomar Anschütz projiziert mit seinem Schnellseher überlebensgroße lebende Fotografien öffentlich am 25.11.1894 in Berlin, doch benutzte er weiterhin Fotoplatten


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: SL


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