Lexikon der Filmbegriffe

mystery thriller

Der mystery thriller erfüllt in erster Linie die Kriteren eines mystery film, weist aber im Unterschied zu diesem einen wesentlich höheren Anteil an inszenierter Spannung (Suspense, ‚thrill‘) auf, verwendet mehr Angst, Furcht oder gar Terror erzeugende Elemente, zeigt ein erheblich höheres Gewaltpotential und bringt seine Protagonisten (wie z.B. in Klute, USA 1971, Alan J.Pakula) oder deren Familien (wie in Cape Fear, USA 1991, Martin Scorsese, oder Se7en, USA 1995, David Fincher) in lebensbedrohliche Situationen, setzt sie Autojagden, gewalttätigen Einschüchterungsversuchen, Überfällen und Mordversuchen aus. Immer ist die Quelle der Gefahr unbekannt, läßt sich vom Helden (und meist auch vom Zuschauer) nicht genau identifizieren, ist eine geheime, oft jegliche Moral mißachtende Interessengemeinschaft „unterhalb“ der gesellschaftlichen Oberflächen. Oft geraten darum auch die Protagonisten, die ein Geheimnis oder ein Verbrechen aufzuklären suchen, in die lebensbedrohliche Nähe von Geheimbünden oder Interessenverbünden (wie in Coma, USA 1978, Michael Crichton, The Firm, USA 1993, Sydney Pollack oder The Pelican Brief, USA 1993, Alan J. Pakula) – ein Muster, das aus dem Politthriller („Verschwörungsfilm“) schon länger verbreitet ist.

Literatur: Derry, Charles: The suspense thriller: films in the shadow of Alfred Hitchcock. Jefferson, NC: McFarland 1988. Nachdr. 2001. – Rubin, Martin: Thrillers. Cambridge/New York: Cambridge University Press 1999.
 

Referenzen:

mystery film

Thriller


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK JH


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