Lexikon der Filmbegriffe

Stehkader

engl.: freeze frame; franz.: arrêt-sur-image

Entsteht durch mehrfaches Kopieren einzelner Phasenaufnahmen auf mehrere hintereinanderliegende Bildfelder. Dadurch entsteht zunächst ein Standbild. Wiederholt man den Vorgang, entwickelt auch das nächste Phasenbild zum Stehkader, dann das darauffolgende, entsteht der Eindruck einer ruckartigen, immer wieder unterbrochenen, hochartifiziellen Bewegung. Die kinematographische Zeit spaltet sich von der Realzeit ab, wird irreal oder transreal. Stehkader ist vor allem im Experimentalfilm als Mittel der Reflexivität eingesetzt worden. Das vielleicht reinste Beispiel ist Martin Arnolds 15minütiger Film Pièce touchée (1989), der eine winzige Szene aus einem Hollywoodfilm immer wieder in Stehkaderfolgen durchlaufen lässt und dabei Mikrorhythmen aufdeckt, die im ursprünglichen Material gar nicht sichtbar waren. 
 

Referenzen:

Standbild

step-printing


Artikel zuletzt geändert am 21.01.2012


Verfasser: JH


Zurück