Lexikon der Filmbegriffe

Abblende / Aufblende

Eine Abblende ist gemeinhin eine allmähliche Verringerung der Blendenöffnung, bis das Bild schwarz wird. Es gibt Abblenden aber auch durch konsequente Überbelichtung – technisch also ermöglicht durch Vergrößerung der Blendenöffnung – auf das weiße Bild oder auf Farbflächen (derartige Fälle, die sehr selten sind, entstehen auf optischer Bank und im Kopierwerk).

(1) Das Abblenden ist einerseits als eine der Ausdrucksformen der „filmischen Interpunktion“ resp. der „Markierung“ von Szenengrenzen anzusehen, steht sie gemeinhin am Ende von Szenen oder Sequenzen. Das Doppel von Ab- und Aufblende ist seit etwa 1920 eine der traditionellen Übergangsstrategien von Szene zu Szene. Ab- und Aufblenden innerhalb von Szenen sind äußerst selten.

(2) Das Abblenden ist andererseits ein reflexiver Hinweis auf den Bildcharakter: Bild und Bildträger (Bild und Leinwand) treten auseinander, werden als zwei verschiedene Größen greifbar. Es liegt nahe, in diesem Auseinandertreten einen Augenblick höchster ästhetischer Distanz zu vermuten, so dass es nicht verwundert, dass Ab-/Aufblenden zur Markierung von Szenengrenzen verwendet werden. Das Kino übernimmt in seiner Frühzeit die Ab-/Aufblende als kinematographisches Gegenstück des Bühnenvorhangs, der eine ähnliche Differenz von Stück und Aufführung akzentuiert.

Referenzen:

Blende I: technisch

Blende II: Ab-, Auf- und Überblendung

Ton-Blenden


Artikel zuletzt geändert am 02.03.2012


Verfasser: HJW


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