Lexikon der Filmbegriffe

Cinépanoramic

1953 wurde in Frankreich das von Ernst Abbe das aus dem anamorphotischen CinemaScope-Verfahren weiterentwickelte Cinépanoramic-Verfahren vorgestellt, das – bei einem Seitenverhältnis von 2,35:1 – zusätzlich zum Anamorphoten eine Korrekturlinse umfasste, mittels derer das Bild schärfer projiziert werden konnte. Insbesondere das „Mumps-Problem“ stellte sich dadurch wesentlich weniger: Immer dann, wenn die anamorphotische Linse bei der Projektion geringfügig dichter an den Film herangebracht wurde, erschienen Großaufnahmen, als hätten die Darsteller Mumps – das Problem zwang die CinemaScope-Kameraleute, größere Kameradistanzen einzuhalten. Republic Pictures, die das französische Verfahren 1955 adaptiert hatten, boten zwar die leicht veränderten Optiken den amerikanischen Konkurrenten an, fanden aber keine Abnehmer; sie amortisierten die eigenen Investitionen, dass sie fast alle folgenden Republic-Filme in dem von ihnen sogenannten Naturama-Format realisierten.
Die Filme des Cinépanoramic-Verfahrens liefen in Frankreich und Deutschland meist unter der Bezeichnung Franscope; in England wurde es als CameraScope ausgewertet, in den USA als Naturama. Auch das 1954 vorgestellte Dyaliscope basiert auf den Prinzipien von Cinépanoramic. Eine große Anzahl von Filmen liegen in den verschiedenen Verfahren vor; erwähnt seien insbesondere die Franscope-Produktionen: Dimanche (1956), Ikiru (1960), Jules et Jim (1961), Lola (1961, Le Journal d‘une Femme de Chambre (1963).

Referenzen:

Camerascope

Franscope

Naturama


Artikel zuletzt geändert am 03.03.2012


Verfasser: JH


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