Lexikon der Filmbegriffe

Totalscope

Ein italienisches CinemaScope-Verfahren im Seitenverhältnis von 2,35:1, das z.B. für den Spielfilm La dolce Vita (1960, Federico Fellini) oder die Antikfilme La Battaglia di Maratona (1959, Jacques Tourneur) und Le Colosse de Rhodes (1962, Sergio Leone) verwendet wurde. Es wurde auch Cinetotalscope, manchmal auch Super Totalscope / 100 genannt. Das Verfahren wurde von dem gebürtigen polnischen Ingenieur Henryk Chroscicki und zwei Mitarbeitern 1956 in Frankreich vorgestellt. Es verfügte von Beginn an über eine ganze Reihe anamorphotischer Objektive (von 32mm bis 150mm, außerdem zwei Zoom-Optiken), deren Verzerrungen gegenüber den amerikanischen Optiken signifikant verringert wurden. In den 10 Jahren seines Bestehens wurden annähernd 450 Spiel- und fast 1.000 Dokumentarfilme realisiert; außerdem wurden 150 CinemaScope-Filme, die zuvor keinen Start gehabt hatten, in Totalscope-Projektionen in Italien ausgewertet. Um 1966 wurde Totalscope durch das billigere Techniscope weitestgehend abgelöst. Daneben gab es Verwendungen in Jugoslawien (wie Miss Stone, 1958, Mitrovic Zhivorad-Zhika).


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: JH


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