Lexikon der Filmbegriffe

GATT

= General Agreement on Tariffs and Trade

1947 von 23 Staaten geschlossenes allgemeines Zoll- und Handelsabkommen, das den weltweiten Handel durch Senkung oder Abschaffung der Zölle und Beseitigung anderer Import- oder Exportbeschränkungen befördern sollte. Das GATT hatte den Status einer Sonderorganisation der UNO und führte bis 1995, als das GATT mit 123 Vollmitgliedern durch die World Trade Organisation (WTO) abgelöst wurde, insgesamt acht „Runden“ durch, in denen Vereinbarungen über den weiteren Abbau von Handelshemmnissen getroffen wurden. Die letzte Runde tagte in Uruguay (1986-93) – und diese ist für die Geschichte des internationalen Filmhandels wichtig, weil hier Frankreich (später durch andere europäische Länder unterstützt) die sogenannte exception culturelle gegen die Interessen der USA durchsetzte, wonach protektionistische Maßnahmen in der Filmproduktion geduldet werden, weil sie dazu dienen, historische und nationale Besonderheiten zu pflegen. Danach wird Film nicht allein als Wirtschafts-, sondern als schützenswertes Kulturwirtschaftsgut behandelt – ohne dass es allerdings zu expliziten vertraglichen Regelungen gekommen wäre. 

Literatur: Ertel, Tanja Nadine: Globalisierung der Filmwirtschaft. Die Uruguay-Runde des GATT. Eine Analyse zu Ökonomie, Politik und Kultur von Film unter besonderer Berücksichtigung der Mediengeschichte und der Positionen der Verhandlungspartner EG und USA. Frankfurt [...]: Peter Lang 2001. – Sandberg, Karin: Unzulässiger Protektionismus in der europäischen Medienpolitik? Die Maßnahmen der Europäischen Gemeinschaft zum Schutz des europäischen Films und ihre Vereinbarkeit mit dem durch das GATT und die WTO-Vereinbarungen gebildeten Rechtsrahmen. Frankfurt [...]: Peter Lang 1998.
 

Referenzen:

exception culturelle


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: HJW


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