Lexikon der Filmbegriffe

gimbal Stage / gimbal Platform

auch: rotary gimbal (stage), tilting stage; Variante von gemel „paarweise“; von lat. gemellus „doppelt, zwillingsartig“ (gesagt etwa von Früchten, die paarweise an einem Stiel sitzen); über das Mittelfranzösische ins Englische gelangt

Mit gimbal bezeichnet man im Englischen eine sogenannte „kardanische Aufhängung“ – eine Vorrichtung, die dafür sorgt, dass ein Körper oder ein Gerät bei Neigungsbewegungen mehrere Freiheitsgrade besitzt, ohne dass sein Stellplatz verändert werden muss (z.B. der Kreiselkompass in einem Schiff). Eine gimbal stage übertrifft damit die Möglichkeiten von einfachen Drehbühnen erheblich. Mit ihrer Hilfe lassen sich Szenen verwirklichen, in denen (a) der Eindruck erweckt werden soll, die Schwerkraft sei außer Kraft gesetzt, etwa dadurch, dass jemand an den Wänden oder an der Decke eines Zimmers läuft. Zudem wird sie (b) z.B. in Katastrophenfilmen eingesetzt, wenn die veränderten Bedingungen für Bewegungen von Personen in gekippten und verdrehten Objekten, etwa in einem untergegangenen und abgedrifteten U-Boot oder in einem abgestürzten Flugzeug simuliert werden sollen. Je nach Größe von Plattform und Aufbau kommen zur Steuerung der Bühne Seile und Gestänge oder gar eine ausgefeilte Hydraulik zum Einsatz.

Referenzen:

Drehbühne


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: LK


Zurück