Lexikon der Filmbegriffe

Kontingentierung

oft auch: Quotierung; engl.: quota, fixing of quotas, allocation, curtailment, contingent

Zahlreiche Länder versuchen, ihre nationale Filmproduktion dadurch zu schützen, dass die Kinos verpflichtet werden, eine gewisse Quote an einheimischen Produktionen zu spielen. Quotierung kann darin bestehen, dass absolute Maximalzahlen von Filmen festgelegt werden, die importiert werden dürfen. Sie kann aber auch das Zahlenverhältnis festlegen, das zwischen Import- und Eigenware zu bestehen hat. Letzteres Modell führt oft dazu, dass die Importeure mit Billigproduktionen die inländische Produktion vermehren („quota quickies“), um damit mehr Filme einführen zu können. Insbesondere kleinere Länder in Lateinamerika und Europa haben immer wieder versucht, sich gegen die Markt-Übermacht der amerikanischen Konzerne durch Kontingentierung abzuschotten – so Österreich und Ungarn, die 1926 und 1927 Quoten gegen die seit Anfang der 1920er Jahre übermächtige amerikanische Filmindustrie festlegten, oder neuerdings Länder wie Indonesien, die sich sowohl gegen die US- wie gegen die Hongkong-Konzerne durch Kontingentierung abzuschirmen suchen. Kontingentierung ist Teil der Filmpolitik. Aus Erfahrung ist bekannt, dass die bloße Abschirmung der Märkte zu keiner Erhöhung der Qualität oder auch nur der Akzeptabilität einheimischer Produktionen, ja nicht einmal zur Stabilisierung der ansässigen Filmindustrie führt, sondern dass sie durch eine aktive Förderpolitik (aktive Produktions- und Verleihförderung, Steuererleichterungen etc.) unterstützt werden muss.
 

Referenzen:

Andreotti-Gesetz

Blum-Byrnes-Verträge

exception culturelle

GATT

Kontingentierung: Brasilien

Kontingentierung: Frankreich

Kontingentierung: Italien

Kontingentierung: kleinere Länder

Kontingentierung: Spanien

quota quickies


Artikel zuletzt geändert am 07.02.2012


Verfasser: HJW


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