Lexikon der Filmbegriffe

Kontingentierung: kleinere Länder

Im Einzelnen sind die folgenden Quotierungs-Abkommen bekannt:

– Argentinien: Seit 2004 muss jedes Kino einen argentinischen Film pro Vierteljahr pro Leinwand zeigen.
– Australien: Die Provinz Victoria verfügte schon 1927, dass mindestens 1.000 Fuß (also: eine Rolle) australischen Films in jeder Vorführung gezeigt werden müsse. Eine Royal Commission arbeitete zwar von Juni 1927 bis Februar 1928, fällte aber keine Entscheidungen, so dass auch keine allgemeinen Regelungen folgten. 1935 wurde eine allgemeine Quotierung verfügt.
– Dänemark: Am 25.11.1949 wurde die Unterhaltungssteuer auf dänische Filme von 60% auf 45% gesenkt. Eine Quote wurde aber – wohl auch wegen der Popularität einheimischer Filme – nie eingeführt.
– Korea: Zum ersten Mal wurde 1967 von den koreanischen Kinos verlangt, an einer bestimmten Anzahl von Tagen pro Jahr koreanische Filme zu zeigen (zwischen 106 und 146 Tagen). Diese Regelung wurde noch 2002 – trotz des erheblichen Widerstands der Amerikaner – erneuert (Anteil: 40%).
– Malaysia: Seit 2005 müssen die Kinos in Malaysia an 14 aufeinanderfolgenden Tagen Filme aus dem Land zeigen.
– Mexiko: Das Filmgesetz von 1949 verbot nicht nur die Synchronisation fremdsprachiger Filme ins Spanische, sondern verhängte auch eine 50%-Quote, die erst 1992 für vier Jahre aufgehoben wurde. Das Filmgesetz von 1997 sah erneut eine Quote (von 10%) vor.
– Österreich: Am 3.9.1926 wurde eine Regelung verabschiedet, nach der ein Verleiher 20 ausländische Produktionen in sein Programm aufnehmen durfte, wenn er einen österreichischen Film verlieh. Am 1.1.1927 wurde das Verhältnis auf 1:10 verschärft, bis Weihnachten 1928 aber auf 1:23 erneut verschärft.
– Portugal: Am 6.5.1927 wurde verfügt, dass in jeder Kinovorführung eine Rolle (ca. 300m) portugiesischen Materials gezeigt werden müsste.
– Ungarn: Ähnlich der österreichischen Regelung wurde 1925 in Ungarn verfügt, dass jeder Verleiher für 10 ausländische Filme einen ungarischen vertreiben musste (1926 abgemildert auf 1:30). Vom 1.1.1928 an konnten Verleiher auch eine Abgabe zahlen, wenn sie das Kontingent nicht erfüllten. Seit dem 1.10.1930 wurden alle Quotierungen aufgehoben; stattdessen musste für jeden Importfilm eine eigene Abgabe gezahlt werden.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: HJW


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