Lexikon der Filmbegriffe

clean comedy

Gegensatz: adult comedy, dirty comedy; von engl. clean „sauber“, in übertragener Bedeutung „moralisch einwandfrei, ohne Anstößigkeiten oder Obszonitäten“. Seit den 1910er Jahren als stilindizierende Genrebezeichnung für amerikanische Theaterstücke gebräuchlich („a clean rural comedy, a clean comedy of adventure/mystery“).

Der Ausdruck wird heute insbesondere in der amerikanischen Presse verwendet zur Kennzeichnung von familiengerechten, „jugendfreien“ Filmen und Theaterstücken „unschuldig“-komödiantischen Inhalts, bei denen der ansonsten scharfzüngige und doppeldeutige, erwachsene angelsächsische Wortwitz von derben, obszönen, skatologischen, sexistischen oder gar rassistischen Elementen, Flüchen und „four-letter words“ befreit in einer auch für Kinder zuträglich gehaltenen und politisch korrekten Form dargeboten wird. So wurde der beliebte U.S.-Komiker Bob Hope mit dem Spitznamen „Mr. Clean“ bedacht. 1990 gründete der Komödiant Adam Christing die nationale Vereinigung der Clean Comedians, deren Mitglieder sich der Formel NO G.R.O.S.S. (lesbar als: „nichts Vulgäres“) verschrieben haben, wobei G für „gender-bashing“ (Sexismus), R für Rassismus, O für Obszönität, S für „sexual innuendo“ (sexuelle Belästigung) und S für Fluchen („swearing“) steht. 

Literatur: Christing, Adam: Comedy comes clean: a hilarious collection of wholesome jokes, quotes, and one-liners. 2 Bde. New York: Crown Trade Paperbacks 1996-1997.


Artikel zuletzt geändert am 03.08.2011


Verfasser: LK


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