Lexikon der Filmbegriffe

Creative Artists Agency (CAA)

Gegründet wurde die Film- und TV-Agentur Creative Artists Agency (CAA) im Januar 1975, nachdem die fünf Gründer – Michael Ovitz, Ron Meyer, Michael Rosenfeld, William Haber und Rowland Perkins – alle gleichzeitig von der William Morris Agentur gekündigt wurden, weil sie gemeinsam einen Coup planten. Im Gegensatz zu William Morris, der schon seit Jahrzehnten im Geschäft war, galten die Vertreter von CAA als rücksichtslose Geschäftemacher. Nach nur vier Jahren als „package-maker“ (TV-Serien wurden als Paket an die Produzenten verkauft, das Story, Schauspieler, Regisseur und Finanzierung umfasste) setzte C.A.A. schon $90 Millionen um und war zur drittgrößten Agentur Hollywoods nach William Morris und I.C.M. avanciert. Anfang der 1980er Jahre stieg C.A.A. ins Filmgeschäft ein und benutzte dabei ähnliche Methoden des ‚packaging‘, was in der Filmwirtschaft eine ganz neue Praxis war. Dadurch schossen die Kosten für Drehbücher und Schauspieler in ungeahnte Höhen hinauf, wobei C.A.A. bei jeder Transaktion gut verdiente. Als Jeffrey Katzenberg von Walt Disney im Jahre 1991 für einen Skandal sorgte, als er sich öffentlich über die hohen Produktionskosten des Filmemachens beschwerte, galt seine Wut hauptsächlich Michael Ovitz und C.A.A., obwohl diese nicht namentlich genannt wurden. C.A.A. war in der Tat unter die Filmproduzenten gegangen, da Prestigeprojekte wie Rain Man (1988) und Ghostbusters (1987) nicht nur von der Firma als Produktions-Packages zusammengestellt, sondern auch überwacht worden waren. Anfang der 1990er Jahre galt C.A.A. als die mächtigste Firma Hollywoods. Zu ihren Klienten gehörten Martin Scorsese, Oliver Stone, Robert Redford, Dustin Hoffman, Barbara Streisand, Cher und Sean Connery. 


Artikel zuletzt geändert am 03.08.2011


Verfasser: JCH


Zurück