Lexikon der Filmbegriffe

Standfoto

engl.: film still; scene still

Standfotos sind während der Dreharbeiten eigens zu Werbe- und Dokumentationszwecken angefertigte Fotos, die einzelne Einstellungen nach Möglichkeit so wiedergeben, wie sie später im fertigen Film erscheinen. Zuständig dafür sind die Standfotografinnen und -fotografen (unit stills photographers). Deren bevorzugtes Arbeitsgerät sind bis in die 1930er Jahre großformatige Plattenkameras der Masse 4x5- und vor allem 8x10-Zoll. Heute werden gewöhnlich sehr viel beweglichere Klein- und Mittelformatkameras eingesetzt, was insbesondere bei aktionsreichen Szenen erhebliche Vorteile bringt. Fotografiert wird während der Proben oder aber, nachdem eine Einstellung abgedreht ist, selten während der Aufnahmen selbst, da sich die Geräusche, die Verschluss und Filmtransport verursachen, auf der Tonspur störend bemerkbar machen könnten. Nur in Ausnahmefällen werden Standfotos direkt aus dem Filmnegativ gewonnen. Ein entsprechender Eingriff ins Originalmaterial ist heikel und teuer. Zudem gelten für das Standbild als unbewegtes Einzelbild andere ästhetische Anforderungen als für den Filmframe, der Teil eines Bildflusses ist.

Literatur: Finler, Joel W.: Hollywood Movie Stills: The Golden Age. London: BT Batsford Ltd. 1995. – Film Stills: Emotions Made in Hollywood. Hrsg. A. Hürlimann u. A.M. Müller, Zürich/Ostfildern: Museum für Gestaltung / Edition Cantz 1993. – Glaßer, Vera: Schaukastenbilder. Standfotografien aus amerikanischen Tonfilmen. Bielefeld: Aisthesis 1997. – Jacobs, Steven: The History and Aesthetics of the Classical Film Still. In: History of Photography 34,4, Nov. 2010, pp. 373-386. – Standfotografie. In: Film- und TV-Kameramann 58,10, Sept. 2009, S. 52-77.


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: MC


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