Lexikon der Filmbegriffe

Wandermaske

engl.: travelling matte; amerikan. auch traveling matte, travelling matte shot; von engl. travel = reisen (vom älteren travailen, eigentlich: arbeiten), das auf den Aktionsradius und Arbeitsweise von Maschinenteilen übertragen wurde, sowie dem engl. matte: eigentlich das Unterlegpapier für Bilderrahmen (über franz. mat = undurchsichtig, seit dem 19. Jahrhundert.

Beim Film eine Silhouette oder Maske, die vor der Kameralinse angebracht zum Verdecken von Teilen des aufzunehmenden Bildes dient, so dass an dieser unbelichtet bleibenden Stelle des Films in besonderen Kopier-, Belichtungs- oder auch künstlerischen Bearbeitungsverfahren ein anderes Bild oder ein Bildteil einmontiert werden kann (sogenannte Kombinations- oder Kompositaufnahme). Auf diese Weise können Vordergrundhandlungen mit neuen, ortsfremden Hintergründen zusammengestellt oder umgekehrt Hintergründe von Außenaufnahmen mit neuen Vordergründen (etwa Bildern von Personen) zu einem neuen Filmbild zusammengebracht werden.
Wird zur Herstellung der Maske das farbenphysikalische Verhalten des Lichts bei kaschierenden Aufnahmen mittels spezieller Leuchtmittel und Farbfilter genutzt, nennt man den Prozess auch Blue-Screen-Verfahren.
Es gibt unterschiedliche Herstellungsverfahren für Masken, je nachdem, ob eine normale Kamera und ein einfacher Film oder eine Strahlenteilungskamera mit zwei Filmen verwendet wird. In einem optischen Belichtungsprozess mit Hilfe von Bipack-Kameras oder auch durch digitale Bearbeitung wird in mehreren Schritten aus „weiblichen“ Positiv-Masken, „männlichen“ Negativ-Masken und dem Positiv des gewünschten Hintergrunds das fertige Bild hergestellt. Moderne Methoden der digitalen Bearbeitung von Fotos ermöglichen es, auf Laborarbeiten zu verzichten und mit Masken in Realzeit zu arbeiten. Da in Spielfilmen die Echtheitsillusion, die durch das aus Hintergrundmotiv und Vordergrundhandlung komponierte Foto erzeugt wird, über mehrere Einstellungen oder gar Szenen hinweg aufrecht erhalten werden soll, muss die Maske beweglich sein und angepasst werden können. Man spricht deshalb vom „Wandern“ (travel(l)ing) der Maske. Eine unveränderliche, feste Maske wird dagegen static oder stationary matte genannt.

Referenzen:

Animascope

CGI (=Computer Generated Imagery)

flat widescreen

Komposit-Fotografie


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: LK


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