Lexikon der Filmbegriffe

Wrestling Film

von engl. wrestling bzw. von span. lucha „Ringkampf“; auch: lucha (libre) film/movie/cinema; luche (libre) film/movie/cinema, wrestling movie, wrestling cinema

Der aus dem mexikanischen Spanisch stammende Ausdruck lucha libre steht für eine besondere Art des (hauptberuflichen) Freistilringens bzw. Schauringkampfs (Mexican pro wrestling) mit spezifischer, an japanisches Sumo-Ringen, Gladiatorenkämpfe, Maciste-Peplums, Zorro-Filme, Superhelden, Fantasy und Comics erinnernder Ausstaffierung der Kämpfer und Kämpferinnen (Gesichtsmasken, Verkleidungen, Kostüme, Körperbemalung, exzentrische Haartracht, prahlerisches, marktschreierisches Auftreten der luchadores und der Spielkommentatoren) und besonderen Kämpfertypen (el técnico, el bruto). Er wird im amerikanischen Englisch häufig zu pseudofranzösischem luche libre (luche libre wrestling), während man im Deutschen diese Shows meistens Catchen nennt. Als beliebte Unterhaltung wird in Mexiko – wie in ganz Mittel- und Südamerika – lucha libre mit Frauen, darunter viele Japanerinner, angesehen (auch catfight genannt).
Die zahlreichen wrestling movies und lucha-Filme seit den 1940er Jahren (darunter Werke wie Lucha libre, aka: La Bestia magnifíca, Mexiko 1953, Chano Urueta; Lucha a Muerte, Mexiko 1992, Juan Fernando Pérez Gavilán) stehen in ihrer genremäßigen Zuordnung je nach Schwerpunkt zwischen echten Sportfilmen und den Peplums bzw. Superhelden-Fantasyfilmen. Ähnlich wie die italienischen Maciste- und Herkules-Reihen der 1950er und 1960er Jahre neigen sie – wie etwa die seit 1953 immer wieder fortgesetzte Reihe um den Ringer-Helden Huracán Ramírez – dazu, thematisch und motivlich auszuufern. In den 1970er Jahren nahm - auch das eine Parallele zu den Peplums – das Interesse an Spielfilmen mit Luchadores-Superhelden ab, ohne doch ganz einzuschlafen (Huracán Ramírez contra los Terroristas, Mexico 1989, Juan Rodríguez; die Zeichentrick-Serie ¡Mucha Lucha!, 2002ff.).
Im Hollywood-Kino sind die lucha-Filme oft nur ironisch umspielt worden. In Barton Fink (USA 1991, Joel & Ethan Coen) soll der Protagonist z.B. das Drehbuch für ein wrestling movie verfassen und wird alsbald von einer Schreibblockade gepeinigt. Eine Ausnahme bildet Robert Aldrichs All the Marbles (aka: California Dolls, 1980), der die melancholische Geschichte von zwei Catcherinnen erzählt, die Weltmeister werden wollen.

Literatur: Jenkins, Henry. "Never trust a snake": WWF wrestling as masculine melodrama. In: Baker, Aaron / Boyd, Todd (eds.): Out of bounds: sports, media, and the politics of identity. Bloomington: Indiana Univ. Press 1997, S. 48-80. – Levi, Heather: On Mexican pro wrestling: sport as melodrama. In: Martin, Randy / Miller, Toby (eds.): SportCult. Minneapolis: Univ. of Minnesota Press 1999, S. 173-190. – Dies.: Masked media: The adventures of lucha libre on the small screen. In: Joseph, Gilbert M. / Rubenstein, Anne / Zolov, Eric (eds.): Fragments of a Golden Age: the politics of culture in Mexico since 1940. Durham: Duke Univ. Press 2001, S. 330-372.

Referenzen:

Santo films

Sportfilm


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: LK


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