Lexikon der Filmbegriffe

Cakewalk

Der Cakewalk, der zu den grotesk-übertreibenden Inszenierungsweisen der Bewegung auf der Bühne der populären schwarzen Jazzkultur gehörte, geht auf eine Tradition der Sklavenarbeiter der großen Südstaaten-Plantagen zurück, die an ihren freien Sonntagnachmittagen mit stark nach hinten gedrücktem Oberkörper den gravitätischen Gang der Gutsbesitzer nachahmten/verulkten. Ironischerweise berichtet die Legende, dass die weißen Herren zur Belohnung für diejenigen, die die Bewegung am eindrücklichsten aufführten, einen Kuchen als Belohnung aussetzten. Auf den Bühnen der 1890er und 1900er Jahre wurde der Tanz im 2/4-Takt – oft synkopierend – stampfend ausgeführt und wanderte als respektlose Geste gegen die Macht der Besitzenden schnell in die Klischees des – zunächst schwarzen, dann zunehmend des allgemeinen – Musikfilms ein. Seit den späten 1960ern ist er unter dem Druck schwarzer Gruppen von den amerikanischen Bühnen nahezu verschwunden und gilt als Relikt der Sklavenkultur.

Literatur: Baldwin, Brooke: The Cakewalk: A Study in Stereotype and Reality. In: Journal of Social History 15, 1981, S. 205-218. – Blesh, Rudi / Janis, Harriet: They All Played Ragtime. The True Story of an American Music. New York: Grove Press 1959. Zahlr. Neuaufl.


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: JH


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