Lexikon der Filmbegriffe

Kinopanorama (2,59:1)

Ein in der UdSSR entwickeltes Drei-Film-Verfahren, mit dem ein sehr breitgezogenes Bild möglich wurde, nannte sich Kinopanoramik (im Westen meist: Kinopanorama). Dabei waren drei Kameras miteinander verbunden, die Bildfenster lagen auf einer Ebene, die Objektive waren nebeneinander angebracht. Die Projektion erfolgte mit drei gekoppelten Projektoren. 1963 wurde die Kinopanorama 70-Kamera vorgestellt, die die Teilbilder des Kinopanorama-Bildes auf einen 70mm-Streifen belichtete. Der Ton von Kinopanorama nutzte neun separate Magnetspuren auf einem separaten Magnetfilm; sieben Spuren waren gesondert, so dass sie mit Cinerama-Ton kompatibel blieben; die beiden anderen Spuren lagen außerhalb des zentralen Bandes.
Das Verfahren wurde 1957 mit dem Film Shyrokr Strana Moya Rodnaya in Moskau vorgestellt (manche Quellen sprechen von 1958). 1961 lag mit dem litauischen Film Opasnie Povoroti (Gefährliche Kurven) ein erster Spielfilm vor. Insgesamt entstanden 15 Produktionen. Kinopanorama-Filme gelangten in den USA zunächst unter der Bezeichnung Cinemiracle, später dann als Cinerama-Filme in den Markt. Für die heimische Auswertung wurden auch 70mm-Filme auf Kinopanorama- resp. Kinopanorama-70-Bildstreifen umkopiert. Im Westen wurde Kinopanorama durch Cinerama‘s Russian Adventure (1966) bekannt, einem Reise-Film, in dem Bing Crosby durch russische Landschaften und Städte führt, deren Aufnahmen auf Kinopanorama-Filmen von 1957 bis 1963 stammen. 


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: HJW


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