Lexikon der Filmbegriffe

Timecode

Der Timecode gibt jedem Einzelbild (Frame) eine Adresse auf einem Videoband, ebenso bei Filmmaterial, das mit entsprechend ausgerüsteten Kameras aufgenommen wurde. Die Nummerierung erfolgt dabei wie auf einer Uhr in Stunden, Minuten, Sekunden und Frames. Der Timecode zählt also von 00:00:00:00 bis 23:59:59:24, danach springt er wieder auf 00:00:00:00 zurück. Der Timecode ist notwendig, um exakte Schnittlisten zu erstellen, die dann auch für ein Batch-Recording (Automaster) verwendet werden können. Weil der Timecode für die Gerätesteuerung zum bildgenauen Schnitt benötigt wird, darf es keine „Timecodelöcher“ geben. Die Löcher entstehen, wenn zum Beispiel die Kamera nach einem Playback bei einer Sichtung nicht wieder exakt am letzten Bild anschneidet. Gleichfalls nehmen es Schnittsteuerungen übel, wenn die zu schneidende Einstellung über den Timecode 00:00:00:00 läuft, denn dann hat der Anfang der Einstellung einer höheren Timecode als das Ende.
Für den Timecode gibt es verschiedene Aufzeichnungsformate: (1) VITC (= Vertical Interval Timecode) wird ins Videosignal geschrieben und kann daher nur gleichzeitig mit diesem aufgezeichnet werden. (2) LTC (= Longitudinal Timecode) wird wie eine Tonspur längs auf das Band geschrieben. (Er ist auch hörbar, wenn der LTC-Ausgang an einen Verstärker angeschlossen wird.) Der LTC kann unabhängig von einer Bildaufnahme aufgezeichnet werden. (3) User-Bit kann unabhängig von VITC und LTC eingestellt werden. Damit kann der Aufnahme eine Signatur gegeben oder zusätzlich zum Timecode die aktuelle Uhrzeit aufgezeichnet werden. (4) RCTC (= Rewritable Consumer Timecode) ist ein semiprofessionelles Format, das bei den Formaten Video8 und Hi8 Verwendung findet und in die Lücke der Schrägspurabschnitte zwischen Videosignal und PCM-Ton aufgezeichnet wird. (5) RAPID Timecode ist ein Timecode für das VHS Format, der nur von speziell modifizierten Recordern gelesen oder geschrieben werden kann. Er wird auf der Synchronspur aufgezeichnet mit einem Impuls alle zwei Sekunden. Er kann auch nachträglich geschrieben werden. (6) CTL ist eine Bandzählfunktion, die nicht mit dem Timecode verknüpft ist und keine Frames anzeigt. Der CTL funktioniert ähnlich wie die Zählwerke in VHS-Rekordern, es werden nur die Synchronimpulse gezählt und es kann jederzeit mit der Reset-Taste auf Null zurückgestellt werden.

Referenzen:

SMPTE Code


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: DF


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