Lexikon der Filmbegriffe

Fluchtpunkt

Die Wahrnehmung der räumlichen Tiefe aus der zweidimensionalen Projektionsfläche des Films unterliegt einer visuellen Täuschung. Dabei wird die perspektivische Wahrnehmung eines realen Gegenstandes vom Rezipienten auf die Betrachtung von Bildern und Fotografien übertragen. Er nimmt den Fluchtpunkt als den Punkt auf der Horizontlinie, in dem parallel in die Bildtiefe führenden Linien scheinbar zusammenlaufen. Die Fluchtpunkt-Projektion führt dazu, dass Objekte, wenn sie näher sind, im Bild „größer“ erscheinen (bzw. kleiner, wenn sie weiter weg sind), so dass aus der relativen Größe und der Position von Objekten in Beziehung zum Fluchtpunkt die Tiefe des Bildraums erschlossen werden kann. So kompensiert das Auge des Rezipienten die Zweidimensionalität des Bildes, obwohl es keine binokulare Feststellung der Raumtiefe zulässt.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JCH


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