Lexikon der Filmbegriffe

kitchen sink films

engl. = Spülstein

Angeregt durch die programmatischen Auseinandersetzungen um das Free Cinema und nach den großen Erfolgen der „Angry Young Men“ des englischen Theaters und der Literatur (John Osborne, Harold Pinter, Alan Sillitoe) entstanden meist nach ihren Vorlagen die Spielfilme The Entertainer (Der Komödiant, 1960, Richardson), A Kind of Loving (Nur ein Hauch Glückseligkeit, 1961, John Schlesinger), The Loneliness of the Long Distance Runner (Die Einsamkeit des Langstreckenläufers, 1962, Richardson), Room at the Top (Der Weg nach Oben, 1959, Jack Clayton), Saturday Night and Sunday Morning (Samstagnacht bis Sonntagmorgen, 1960, Reisz), A Taste of Honey (Bitterer Honig, 1961, Richardson), This Sporting Life (Lockender Lorbeer, 1963, Anderson). Damit endet zugleich die Phase der sogenannten „Kitchen-Sink-Filme“, so die eher abfällige Bezeichnung für diese Filme, die im Milieu der kleinen Leute spielen und in episodischer Form Alltagsgeschichten erzählen. Ihr Einfluss auf das englische Kino ist gleichwohl bis heute ungebrochen und findet im „New British Cinema“, beispielsweise in den Filmen von Kenneth Loach und Mike Leigh, oder in dokumentarischen Projekten wie den Arbeiten der Amber-Gruppe seinen Niederschlag. 


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


Zurück