Lexikon der Filmbegriffe

Kinescope

ursprünglich: kinescope recordings; abgekürzt auch: kine oder kinne; in Großbritannien: telerecording

Eine kineskopische Aufnahme ist die Aufzeichnung des Bildes eines Fernsehmonitors. Die Kineskopie begann in der Frühzeit des Fernsehens als Technik, Live-Fernsehprogramme für eine spätere Wiederausstrahlung aufzuzeichnen. Obwohl die Qualität dieser Filme äußerst mangelhaft war, boten sie die einzige Chance, Fernsehausstrahlungen dauerhaft zu konservieren. Insbesondere die Programme des Bildungs- und Schulfernsehens wurden so konserviert und für eine landesweite Auswertung aufbereitet. Das National Educational Television and Radio Center in Ann Arbor, Mich. war bis in die späten 1950er Jahre eine Landeszentrale für die Distribution kineskopischer Aufzeichnungen. Erst als die Videotechnologie produktionsreif war – 1951 stellte Bing Crosby Enterprises eine magnetische Videoaufzeichnung vor, RCA und Ampex folgten binnen weniger Jahre –, versank die Kineskopie in Bedeutungslosigkeit. Außerdem ging man dazu über, auch Live-Aufführungen zunächst auf Film zu dokumentieren, so dass Wiederausstrahlungen nicht unter der schlechten Qualität des abgefilmten Fernsehsignals zu leiden hatten. In England setzte man Kineskopie erst ab 1953 bis in die 1960er Jahre ein. Ein erstes Beispiel war die Krönungszeremonie Elizabeths II am 2.6.1953. Meist wurde 16mm-Material verwendet, 35mm-Aufzeichnungen sind sehr selten geblieben. Es wurde in den 1950er Jahren sogar ein „home kinescope“ auf dem englischen Markt angeboten.
Die BBC entwickelte ein Verfahren namens Vidfire, das kineskopische Aufnahmen zu restaurieren gestattet.

Referenzen:

Electronivision

kinéscopage


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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