Lexikon der Filmbegriffe

Kompilationsfilm

Ein Kompilationsfilm ist ein unter vorwiegender Verwendung von fremdem älteren Material entstandener Film. Entsprechend versteht man unter „Kompilieren“ die Einarbeitung von Archivmaterialien in neue Filme. Kompilationsfilme entstanden schon als Propagandafilme im 1. Weltkrieg. Seit den 1950er Jahren ist die Auseinandersetzung mit Geschichte mittels der Montage von Archivmaterial (man denke an Resnais‘ Nacht und Nebel oder Romms Der gewöhnliche Faschismus) das Anliegen des Kompilierens. Archive sind historisches Gedächtnis, der Kompilationsfilm erschließt die Materialien der Archive durch pure Juxtaposition. Heute ist das historische Material meist mit Interviews durchsetzt. Neben dem kritischen gibt es den nostalgischen Kompilationsfilm, der historisches Material wie ein Bilderbuch oder ein Journal ausbreitet.

Referenzen:

Mosaikfilm


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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