Lexikon der Filmbegriffe

Erstaufführungskino

auch: Uraufführungskino; engl.: first-run theatre; manchmal auch: premium-run theatre

Für Erstaufführungen werden repräsentative, große und luxurierende Kinos in den hauptstädtischen Zentren genutzt. Schon in der Stummfilmzeit, vor allem dann aber in der Zeit der großen Hollywood-Studios wurden A-Filme gezielt in die Erstaufführungshäuser gebracht, manchmal nur in einzelne, die dann Exklusiv-Premieren veranstalten konnten, manchmal in die jeweiligen regionalen Zentren. Manche dieser Premieren fanden ohne freien Kartenverkauf statt, die Karten mussten alle im Vorverkauf reserviert werden (hard-ticket attraction; nur wenige Häuser setzen diese Tradition aus den 1930er bis heute fort). Erst im zweiten Schritt wurden in dieser Auswertungsstrategie die „zweiten Häuser“ bespielt. Damit wurde die Exklusivität der Premiere gesichert und gleichzeitig die ökonomische und künstlerische Qualität des Films unterstrichen. Außerdem konnte so eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit erreicht werden. Insbesondere Premieren in den wichtigsten Uraufführungstheatern der einzelnen Studios oder Ketten (den flagship theatres) hatten ausgesprochenen Event-Charakter und konnten sich der Zeitungs-Aufmerksamkeit sicher sein.


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: JH


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