Lexikon der Filmbegriffe

Glyzerin

auch: Glycerin, Glycerinum

Wenn heute von „Glyzerin-Tränen“ die Rede ist, sind damit „falsche Tränen“ gemeint – Tränen, die auf der Leinwand vergossen werden und denen doch kein echtes Gefühl korrespondiert. Im populären Gespräch über Film wird dem Schauspiel gemeinhin eine Natürlichkeit und Unvermitteltheit zugesprochen, die sich gerade an der Authentizität des Gefühlsausdrucks ablesen lässt.
Dabei gehört die Inszenierung von Tränen zur Aufgabe der Maske. Glyzerin ist die bekannteste Substanz, die dabei verwendet wird; es gehört zu den dreiwertigen Alkoholen und ist bei Raumtemperatur eine farb- und geruchlose, viskose und hygroskopische Flüssigkeit, die süßlich schmeckt und dickflüssiger als Wasser ist. Es gibt eine ganze Reihe von Produkten, die alle mehr oder weniger auf Glyzerin oder Gelatine basieren, die dazu dienen, künstliche Tränen darzustellen. Die Lösung mit Gelatine – sie wird so weit verdünnt, dass sie nur minimal zäher ist als Wasser – ist haut- und augenfreundlicher. Die Glyzerin- oder Gelatine-Flüssigkeit wird auf die Haut aufgetragen; da sie gut haftet und nicht zu schnell verdunstet, ist sie glänzend dazu geeignet, Tränen darzustellen. Daneben wird manchmal auch ein „Tränenstift“ verwendet, der unter die Augen gerieben wird und der echte Tränen auslöst, weil er ätherische Öle enthält, auf die das Auge mit Tränensekretion reagiert.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: JH


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