Lexikon der Filmbegriffe

Deutsche Zeichenfilm GmbH

Auf Veranlassung des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels wurde im Sommer 1941 die Deutsche Zeichenfilm Gmbh als Tochter der Ufa mit Sitz in Berlin-Dahlem gegründet. Die künstlerische Leitung fiel zunächst an Werner Kruse, später an den Dramaturgen Frank Leberecht, die zeichnerische Leitung des Ateliers oblag Gerhard Fieber. Die Gesellschaft war explizit als Gegenentwurf zu Disney geplant. Mittels einer firmeneigenen Zeichenschule sollten die Zeichner geschult werden, so dass man in wenigen Jahren die 20 Jahre, die die amerikanischen Studios Vorsprung in Trickfilmproduktion hatten, aufholen zu können glaubte. Der erste abendfüllende Film sollte schon 1947 realisiert werden. Die ersten Filme wurden strikt arbeitsteilig realisiert (vollendet wurde nur der farbige Kurzfilm Armer Hansi, 1943, mit eletronischer Musik von Oskar Sala). Die Arbeiten wurden wegen der zunehmenden Kriegseinwirkungen aus Berlin nach München und Wien verlagert. Im Oktober 1944 wurde die Gesellschaft wieder aufgelöst. 

Literatur: Agde, Günter: Goebbels-Gründung und DEFA-Erbe. Beinahe vergessen: Die Deutsche Zeichenfilm GmbH und ihr Nachlaß (1942 bis 1947) mit einem Nachtrag 1950. In: Film und Fernsehen, 3-4, 1998, S. 36-42.


Artikel zuletzt geändert am 03.08.2011


Verfasser: RGI JH


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