Lexikon der Filmbegriffe

Anschluss

In jedem geschnittenen Film werden Einstellungen miteinander verknüpft. Der Begriff „Anschluss“ bezeichnet die formale Beziehung aufeinanderfolgender Einstellungen zueinander – sowohl hinsichtlich ihres Bildinhalts als auch der verwendeten Kameraposition. Auf beiden Ebenen muss der Anschluss – vor allem innerhalb jeder in mehrere Einstellungen aufgelösten Einzelszene – bestimmten Regeln folgen, wenn der Eindruck räumlicher und zeitlicher Kontinuität gewahrt bleiben soll. Diese Regeln haben sich v.a. in Hollywood herausgebildet (continuity system) und besitzen bis heute weitgehend Gültigkeit. Wo sie (unwillentlich) verletzt werden, liegt ein Anschlussfehler vor.


Die wechselnde Kameraposition zwischen zwei Einstellungen führt notwendig zu einem perspektivischen Sprung. Damit dieser für den Zuschauer möglichst unbemerkt bleibt, schreibt das „continuity system“ eine Vielzahl von Regeln vor. Bekannteste Beispiele sind die 180-Grad-Regel, nach der ein Achsensprung des Kamerastandpunkts vermieden werden sollte, und die 30-Grad-Regel, die den Winkel bezeichnet, den der Abstand zwischen zwei aufeinanderfolgenden Kamerapositionen mindestens betragen muss, damit der Eindruck des Jump Cuts vermieden wird.

Literatur: Reisz, Karel / Millar, Gavin: Geschichte und Technik der Filmmontage. München: Filmlandpresse 1988 (insb. Kapitel „Der Bildschnitt“, S. 147-170).
 

Referenzen:

Anschluss: Auftritt / Abtritt

Anschluss: Bewegungskontinuität

Anschlussfehler

continuity girl / continuity man

continuity system

Kontinuität

Script-Continuity / Script Supervisor


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: MAL


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