Lexikon der Filmbegriffe

Kinamo

Der Ingenieur Emanuel Goldberg, der 1917 bei Carl Zeiss Jena arbeitete und bald zur ICA in Dresden wechselte, sollte militärische Projekte für die ICA erledigen – was durch den Friedensvertrag verboten wurde. So entwarf er eine Kinokamera für die allgemeine Bevölkerung, die 1921 als ICA-Kinamo auf den Markt kam. Es handelte sich dabei um eine recht leichte 35mm-Kamera mit mechanischem Transport; 1923 folgte ein Modell mit Federwerksantrieb. 1926 schlossen sich ICA (Hütttig, Wünsche, Ernemann), Goerz & Contessa Nettel sowie Carl Zeiss Jena zur neuen Firma Zeiss Ikon, Dresden zusammen. Nach dem Krieg nahm die Firma ihre Arbeit unter dem Namen Zeiss Ikon als Staatsbetrieb in Dresden wieder auf, firmierte ab 1958 als VEB Kamera und Kinowerke Dresden. 1948 entstand zugleich unter gleichem Namen eine AG in Stuttgart, die 1956 mit Voigtländer in der Carl Zeiss Stiftung zusammengefasst wurde. Die Kinokamera blieb in der Firmengeschichte – die ganz auf die Herstellung von hochwertigen Objektiven und von Kleinbildkameras konzentriert war, mit der Movikon-Reihe in den 1930er Jahren aber eine weitere 16mm-Kamera auf den Markt brachte – eine Anekdote; filmhistorisch dagegen ist sie einflussreich – u.a. hat Joris Ivens, der Goldmann persönlich kannte, mit ihr seine schönsten Filme (Die Brücke und Regen) gedreht. Er hatte sie vom Laden seines Vaters in 1927/28 öfters ausgeliehen.
Die ICA-Kinamo wurde in Kinamo N 25 umbenannt, als ICA in Zeiss-Ikon aufging. Das geringe Gewicht (2,53kg) und die geringen Abmessungen (150x120x120mm), aber auch das schlichte Metallgehäuse machten sie als Berichterstattungskamera interessant; sie konnte allerdings nur 15m-Filmrollen aufnehmen (später auf 25m-Rollen vergrößert). 1929 folgte die 16mm-Kamera Kinamo S 10, die leichter (1,15kg) und kompakter (58x110x98mm) war. Sie wurde bis 1936 gebaut.

Referenzen:

Kinamo-Kamera


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: JH CB


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