Lexikon der Filmbegriffe

British International Pictures (BIP)

Hervorgegangen ist die Produktionsfirma BIP, dem mit der Gaumont-British Picture Company (GBPC) bedeutendsten Filmunternehmen Englands der späten 1920er und der 1930er Jahre, aus dem Plan, im südenglischen Elstree ein britisches Hollywood zu schaffen. Zunächst noch unter dem Namen British National von John Maxwell, einem aus Glasgow stammenden Rechtsanwalt, 1926 gegründet, 1928 mit der Kinokette Associated British Cinemas (ABC) (1929: 280 Kinos) verbunden, ab 1933 unter dem Namen Associated British Picture Corporation (ABPC), verband die Firma Produktion, Verleih (durch Pathé) und eine Kinokette unter einem Dach. Der wachsende internationale Anspruch der Firma zeigt sich deutlich in ihrer Schlüsselstellung bezüglich der Film-Europa-Bewegung, insbesondere in der Produktion von Mehrsprachenfilmen, für die international renommierte Filmschaffende wie Ewald André Dupont (u.a. Varieté) engagiert wurden. Eine geschickte Personalpolitik (bereits 1927 wurde der junge Alfred Hitchcock für zwölf Jahre verpflichtet) und hohe Produktionsstandards führten dazu, dass eine große Zahl der wichtigsten englischen Filme der späten 1920er und 1930er Jahre unter dem Namen BIP bzw. ABPC gedreht wurden. Noch nach dem Krieg entstanden Filme wie Piccadilly Incident (1946, Herbert Wilxox), Stage Fright (1950, Alfred Hitchcock) oder The Dam Busters (1955, Michael Anderson). Nach dem Krieg hatte Warner Bros. 37,5% der Firma gekauft, brachte aber 800 Kinos in den USA in das Geschäft ein. 1956 übernahm Warner-Pathé den Vertrieb der ABPC-Filme. Die Produktion wurde bis in die späten 1950er aufrechterhalten; danach ging die Bedeutung des Studios zurück. 1969 kaufte EMI den Komplex auf (es arbeitete 1969-71 mit Bryan Forbes als verantwortlichem Chef), bis es in den 1980ern an Cannon überging.

Literatur: Helbig, Jörg: Geschichte des britischen Films. Stuttgart/Weimar: Metzler 1999, S. 28-31. – Ryall, Tom: A British Studio System: The Associated British Picture Corporation and the Gaumont-British Picture Corporation in the 1930s. In The British Cinema Book Ed. by Robert Murphy. 2nd ed. London: BFI 2001, S. 35-41.


Artikel zuletzt geändert am 28.07.2011


Verfasser: THO JH


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