Lexikon der Filmbegriffe

London Film Productions

Die 1932 in Leben gerufenen London Film Productions sind untrennbar mit ihrem Gründer, dem ungarischen Émigré Alexander Korda verbunden. Korda, der 1931 nach England kam, nachdem er zuvor in Wien (1919-23), Berlin (1923-27), Hollywood (1927-30) und Paris (1930/31) tätig war, zählte bis zu seinem Tod 1952 zusammen mit J. Arthur Rank (Rank Organisation) und Michael Balcon (Gaumont-British Picture Corporation) zu den wichtigsten Persönlichkeiten des englischen Filmgeschäfts. Durch den internationalen Kassenerfolg des Films The Private Life of Henry VIII (1933) wurde Korda zum wichtigsten unabhängigen Produzenten Englands. Die auf den internationalen Markt hin produzierten Spielfilme der London Film Productions zeichneten sich vor allem durch ihre hohen Produktionsstandards und ihre unverwechselbare üppige Ausstattung aus, die jedoch auch hohe Produktionskosten nach sich zogen. Aus diesem Grund warfen zahlreiche Kritiker Alexander Korda vor, durch seine Spekulationen die englische Filmkrise von 1938 mit ausgelöst zu haben. Tatsächlich traf seine Produktionsfirma die Krise besonders hart indem sie die Kontrolle über die 1935 gebauten Denham Studios verlor. Nachdem Alexander Korda zwischen 1940-43 vorübergehend in Hollywood tätig war, wagte er 1946 einen Neuanfang und rief seine alte Produktionsfirma London Films wieder ins Leben. Durch geschickte Akquisitionen und die Abwerbung von Filmschaffenden vom Hauptkonkurrenten der Rank Organisation wurde London Films abermals zu einer der wichtigsten unabhängigen Produktionsfirmen Englands mit Produktionen wie Anthony Asquiths The Winslow Boy, Carol Reeds The Third Man oder Michael Powells The Tales of Hoffmann.

Literatur: Helbig, Jörg: Geschichte des britischen Films. Stuttgart/Weimar: Metzler, 1999, S. 60-71.


Artikel zuletzt geändert am 29.07.2011


Verfasser: THO


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