Lexikon der Filmbegriffe

Roadshow

auch: road show

(1) Als roadshow wird eine Auswertungsform von Hollywood-A-Filmen und Blockbustern bezeichnet, die sich auf wenige Kinos in großen Städten konzentriert. Roadshow-Veranstaltungen finden einzelfall-artig statt, nicht als dauernde Angebote; die Eintrittspreise sind höher, meistens wird mit Vorbestellungen und Platzkarten gearbeitet (darum auch die eher abfällige Rede vom reserved-seater). Das Prestige der Theater-Aufführung ist angestrebt. Entstanden ist die Roadshow in der Zeit vor der Auflösung des Edison-Trusts 1915, und erste Routinen in diesem Erstaufführungsformat gab es schon in den 1910er Jahren (Birth of a Nation, 1915); zu einer Strategie der Bewerbung besonders teurer Filme wurde die Roadshow aber erst in den 1950er und 1960er Jahren (The Bridge on the River Kwai, 1957; Exodus, 1960; Lawrence of Arabia, 1962; Cleopatra, 1963). Heute ist die Roadshow praktisch ausgestorben und durch den flächendeckenden saturation release abgelöst.
(2) Manchmal wird auch eine regionale Auswertung, die mit nur wenigen Kopien lokale Märkte bedient, als Roadshow bezeichnet.


Artikel zuletzt geändert am 24.07.2011


Verfasser: JH


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