Lexikon der Filmbegriffe

Rank Organisation

Der Name der Rank Organisation wird allgemein mit der sogenannten „goldenen Ära“ des britischen Films verbunden. Für fast zehn Jahre war J. Arthur Ranks Firma das wichtigste Unternehmen der Britischen Filmindustrie. Wesentlich größer als jeder Konkurrent aus Hollywood, gehörten 1946 fünf Filmstudios (u.a. Pinewood und Denham), mehrere Produktionsfirmen, ein eigener Verleih und über 650 Kinos zur Rank Organisation. Wesentlich begünstigt wurde der Aufstieg der Firma durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten von Konkurrenzfirmen. Durch hinreichende Finanzkraft und günstige Umstände konnten zahlreiche Unternehmen gegen Ende der 1930er Jahre akquiriert werden (u.a. die Kinoketten ABC und Odeon sowie die Gaumont-British Picture Corporation).
Unter der Leitung von J. Arthur Rank entstanden viele der bedeutendsten englischen Filme der 1930er und 1940er Jahre von namhaften Filmemachern wie Michael Powell und Emeric Pressburger (The Red Shoes, 1946) oder David Lean (Brief Encounter, 1945, Great Expectations, 1946). 1952 zog sich J. Arthur Rank schrittweise aus dem Filmgeschäft zurück. Er starb 1972. Aufgrund von wirtschaftlichen Schwierigkeiten verlagerte die Rank Organisation ihr Kerngeschäft nach dem Ausscheiden J. Arthur Ranks allmählich auf Wirtschaftsbereiche außerhalb der Filmindustrie (u.a. durch einen Zusammenschluss mit Xerox).

Literatur: Macnab, Geoffrey: J. Arthur Rank and the British Film Industry. London/New York: Routledge 1993. – Helbig, Jörg: Geschichte des britischen Films. Stuttgart/Weimar: Metzler 1999, S. 74-88. – Porter, Vincent: Methodism versus the Market-place: The Rank Organisation and British Cinema. In The British Cinema Book. Ed. by Robert Murphy. 2nd ed. London: BFI 2001, S. 85-92.


Artikel zuletzt geändert am 23.07.2011


Verfasser: THO


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