Lexikon der Filmbegriffe

Vierakter / Vieraktstruktur

Kristin Thompson revidiert in Storytelling in the New Hollywood das Schema der Dreiaktstruktur z.B. Syd Fields (in seinem Screenplay, 1979) und schlägt auf der Basis einer exemplarischen Analyse von zehn New Hollywood-Filmen eine Vieraktstruktur (setup, complicating action, development und climax) vor. Die Übergänge der Akte werden nach Thompson durch ‚turning points‘ markiert – Wendepunkte, an denen sich die Handlung (plot) in eine neue Richtung bewegt, was im Hollywood-Film nach Thompson üblicherweise geschieht, indem sich die Ziele des Protagonisten ändern. Es ist genaue diese Abhängigkeit der ‚turning points‘ von den Zielen des Protagonisten, die Thompson gegenüber dem Modell von Syd Field herausstellt. Im Übrigen bestätigt sie in ihrem Buch, dass die Prinzipien des Classical Hollywood – im Gegensatz zu den Postulaten eines postklassischen Hollywood-Kinos – nach wie vor gültig sind.

Literatur: Bordwell, David/ Staiger, Janet/ Thompson, Kristin: The Classical Hollywood Cinema: Film Style and Mode of Production to 1960. London: Routledge & Kegan Paul 1985. – Thompson, Kristin: Storytelling in the New Hollywood. Understanding classical narrative technique. Cambridge/London: Harvard University Press 1999, S. 21-42.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: AJS


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